Yoel Gamzou, Conductor

Yoel Gamzou ist seit der Saison 2017/18 Generalmusikdirektor am Theater Bremen. In der heurigen Saison wird er in seinem Haus die Neuproduktionen von Der Rosenkavalier und Jenufa dirigieren. Als Gastdirigent ist er in 2019/20 an der Bayerischen Staatsoper, am Maggio Musicale Fiorentino, der Griechischer Nationaloper, der Deutschen Oper Berlin und an der Opéra de Paris mit dem von Marina Abramovic inszenierten Projekt Die Sieben Tode von Maria Callas zu sehen. Davor wird er an der Deutschen Oper Berlin mit Tosca debütieren, und dirigiert Konzerte mit dem BBC Philharmonic, dem Saarländischen Staatsorchester Saarbrücken und dem Philharmonischen Orchester von Stettin. Als Förderer von jungen Musikern wird er erneut die Junge Philharmonie Brandenburg dirigieren.

Als Yoel Gamzou sein Amt in Bremen 2017/18 antrat, sorgte er mit Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk bei der Presse für Furore. Darauf folgten eine Neuproduktion von Die Fledermaus, Die tote Stadt und L’Etoile, sowie eine Wiederaufnahme von Carmen. Am Luzerner Theater dirigierte er Massenets Manon. Zuvor dirigierte er beim Staatsorchester Kassel im Rahmen eines Einspringens Mahlers 9. Sinfonie mit so großem Erfolg, dass er umgehend zum ersten Gastdirigenten und später zum ersten Kapellmeister und stellvertretenden Generalmusikdirektor ernannt wurde. Diese Position hatte er bis Sommer 2015 inne. Während seiner Zeit in Kassel leitete er eine Reihe von sehr erfolgreichen Konzerten und Opernproduktionen wie Fidelio, Tosca, Rigoletto und Il Barbiere di Siviglia. 

Yoel Gamzou ist ebenso künstlerischer Leiter und Chefdirigent beim International Mahler Orchestra (IMO), welches 2006 gegründet wurde. Bisherige Gastengagements führten ihn zu Orchestern wie dem Frankfurter Museumsorchester, den Stuttgarter Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken, den Hamburger Symphonikern, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Sinfonieorchester St. Gallen, dem Sinfonieorchester Aachen, dem Saarländischen Staatsorchester Saarbrücken, der Jena Philharmonie, Belgrade Philharmonic Orchestra, dem Malaysian Philharmonic Orchestra und dem Israel Philharmonic Orchestra.

Seit seiner frühen Kindheit begleitet Yoel Gamzou Gustav Mahlers Musik. Als 19-Jähriger zog er beim Internationalen Gustav Mahler Dirigentenwettbewerb zum ersten Mal internationale Aufmerksamkeit auf sich, als er mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurde. 2010 sorgte er erneut für internationales Aufsehen, als seine Vervollständigung von Mahlers unvollendeter 10. Sinfonie uraufgeführt und von Schott Music veröffentlicht wurde. Sowohl die Premiere in Berlin als auch die anschließende Tour mit seinem IMO, wurden von Mahler Experten, der Presse und dem Publikum umjubelt. Eine Liveaufnahme des letzten Tour-Konzerts in der Philharmonie Berlin wurde in Deutschland von WERGO veröffentlicht. Gamzous Version von Mahlers 10. Sinfonie wird nach wie vor weltweit aufgeführt; oft steht er selbst am Pult.

Yoel Gamzou ist mehrfacher Preisträger, unter anderem wurde er im November 2017 mit dem ECHO Klassik Award in der Kategorie Nachwuchskünstler des Jahres „Dirigent“, im März 2013 mit dem renommierten „Princess Margriet Award“ der European Cultural Foundation und im Februar 2012 mit dem „Berenberg Culture Prize“ (Hamburg) ausgezeichnet.

Von „atemberaubendem Furor“ und dem „vielleicht aufregendsten Beitrag zum Hamburger Mahler-Jubiläum“ sprach das Hamburger Abendblatt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete Gamzou eine komplette Seite und übertitelte sie: „Unbeirrbar, radikal, kompromisslos – Porträt eines genialisch Besessenen“. Die Opernwelt feierte seine Arbeit als „unerhört gekonnt“. 

Yoel Gamzou wurde in einer Künstlerfamilie geboren und wuchs in New York, London und Tel Aviv auf. Sein wichtigster Mentor war Carlo Maria Giulini, mit dem Yoel Gamzou in Mailand bis zu dessen Tode zwei Jahre lang arbeitete.

2019/20


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